Pompejus – Schmerzen als Chance
Wenn wir uns lange nicht melden, heisst es noch lange nicht, dass sich hier nichts erreignet. Meist ist es genau anders: wir haben kaum Zeit alles aufzuschreiben.

Wir freuen uns wieder einmal über den erwartet unerwarteten Ausgang einer Vermittlung zu berichten: Pompejus, dieser schöne und besondere gelbe Doggenrüde kann bei seiner Familie bleiben.
Wir wurden gerufen, weil Pompejus sein Frauchen in die Hand geschnappt hat. Frauchen hatte von nun an Angst im eigenen Haus, vor dem als Welpen angeschafften Doggenrüden. Es sollte alles ganz schnell gehen. Die Nerven lagen blank. Frauchen führte in ihrer Verzweiflung viele Telefonate mit “Doggenexperten”. Ein Amtstierarzt aus dem Doggenkreis riet ihr sogar – und das ohne den Hund jemals selbst in Augenschein genommen zu haben – ihn einzuschläfern. Diese Möglichkeit konnte glücklicher Weise bereits am Telefon in unserem Gespräch ganz weit weg gerückt werden. Da Gefahr in Verzug schien, setzten wir uns sofort in Bewegung, um vor Ort Pompejus und seine Familie kennenzulernen.
Wir trafen einen starken, ungewöhnlich selbstbewußten Doggenrüden, der viele Instinkte ausleben durfte. So nur als Beispiel: er kann auf Kommando (glücklicher Weise auf Kommando) Pferde hüten. Es schien alles so “traumhaft”. Und dann dieser Zwischenfall.
Frauchen lag mit Pompejus auf seiner Decke im Wohnzimmer, wie so oft. Eine Bewegung von Frauchen und plötzlich schnappt er. Das war ein Schock. Als wir ankamen merkten wir sehr schnell, daß wir einen sehr, sehr selbstständigen Hund vor uns hatten. Doch das schien nicht das Einzige zu sein.
So flink er über die Koppel rannte, sah man doch sehr schnell das sein Gangwerk nicht ganz in Ordnung ist. Auch das Aufstehen fiel ihm nicht so leicht, wie man es von einem 3-jährigen, gut bemuskelten Rüden erwarten sollte. Auf dem Rücken ließ er sich nur ungern anfassen. Wir merkten dies an und baten darum, Pompejus einem Tierarzt vorzustellen. Es sollte auf jeden Fall abgeklärt und ausgeschlossen werden, daß Pompejus Schnappen nicht Folge seiner Schmerzen gewesen ist. Außerdem rieten wir zur schnellen Kastration, da er bereits eine Prostataerkrankung hatte.
Pompejus Frauchen hat lange mit sich gerungen, ohne den Tierarzt sofort aufzusuchen.
Sein gesundheitlicher Zustand verschlechterte sich plötzlich, ein Tierarztbesuch am Wochenende wurde notwendig. Blasenkateter mehrfach, Kastration, HD Befund…
Und siehe da: nachdem die Wunden verheilt waren, änderte sich Pompejus Verhalten.
Sicher sind damit noch nicht alle Probleme gelöst. Wir werden Pompejus Frauchen weiterhin bei ihrer Erziehungsarbeit die absolut unerlässlich ist unterstützen und hoffen, daß wir auch in Zukunft keinen neuen Lebensplatz für Pompejus finden müssen.
Der Kaiser Pompejus hat hier auch in Zukunft sein Reich.

