Jack ist tot

Am 1 März 1996 in Weißrussland geboren, kam er nach Engelskirchen. Als sein Frauchen 2004 auf Weltreise ging, war kein Platz an Bord. Sein letztes Lebensjahr verbrachte er mit uns und neuen vierbeinigen Freunden. Am 20 Oktober 2005 mußten wir ihn gehen lassen. Wir sind traurig und dankbar ihn und sein besonderes, gutmütiges Wesen kennengelernt zu haben. Er wird immer ein Teil von SOSDoggen bleiben.
Kennengelernt habe ich Jack 1997, da war er gerademal ein Jahr und schon Vater. Durch eine Zeitungsannonce aufmerksam geworden, besuchte ich seine Familie, die seine Kinder zum Kauf anbot. Die Mutter der Welpen, quasi seine Frau, sollte ich auch bald wiedersehen.

Senta, alias Hestra
Hexana Wüsthoffs Saupacker war das, eine Schwester von Hestra Wüsthoffs Saupacker, die Senta gerufen wird. Viele bekannte SOSDoggen Namen.

Oscar
Oscar zog bald bei uns ein und auch der Kontakt zu den meisten seiner Geschwister riss nicht ab. Nach kurzer Zeit wurde ich um Hilfe angefragt, für Hexana ein neues Zuhause zu finden. Sie zog zu Freunden nach Wuppertal, wo sie viele schöne Jahre verbringen durfte und Anfang 2005 mit schwerer Borreliose eingeschläfert werden musste.

Aber auch Oscar’s Geschwister durften nicht alle bei ihren Erstbesitzern bleiben.

Oscar und seine Mama Hexana
Wir erfuhren recht bald das Sunny – eine eins-zu-eins Kopie von Oscar – als Geschenk angeschafft wurde und natürlich nicht bleiben durfte. Ihre neuen Menschen waren allerdings ihr größtes Geschenk.
Schon bald wurde Cindy abgegeben. Sie zog durch unsere Vermittlung zu ihrer Schwester Allegra. Cindy ist 2004 verstorben und lebte zuletzt zwar beim gleichen Herrchen, doch in getrennten Wohnungen.
2004 erhielten wir den Hilferuf einer Tierärztin. Das nette Herrchen von Senta ist plötzlich verstorben und eine neue Lebensstelle für eine eine achtjährige Doggendame musste schnell gefunden werden. Wir fuhren ins Sauerland um Senta erst einmal zu uns zu nehmen. Ein Blick genügte: Das musste Verwandtschaft von Hexana sein, die gleiche Zeichnung am Kopf. Und Wirklich: Vor uns stand die kleine Tonne Hestra Wüsthoffs Saupacker, die im Sturm unsere Herzen gewann. Und was wir nicht zu hoffen wagten, ganz liebe Menschen aus Schneeberg waren von ihr genauso angetan wie wir. Sie kamen für mehrere Tage, um Senta kennenzulernen. Die ganze Familie war Feuer und Flamme und so zog sie kurze Zeit später in ihre neue Heimat, begleitet von allen erwachsenen Kindern.

Jack
Fast zeitgleich erreichte uns der Hilferuf einer auch schon bekannten Dame. Das erste Frauchen von Cindy bat uns einen älteren Doggenherren aufzunehmen, den wir wohl kennen würden. Wir fuhren hin und Jack begrüßte uns. Ein freundlicher, aufgeschlossener, verträglicher, jedoch sehr dünner älterer Herr. Selbstverständlich war auf unserer Arche ein Platz frei: das Sofa. Drei Wochen war sein Bild in der Vermittlung. Kein Anruf für ihn. Sein Platz war von nun an auf Lebenszeit reserviert bei uns. Mit Xena wurde er kurze Zeit später unser Dreamteam. Sie begleitete ihn bis zum Schluss. Leider waren die letzten Spätherbssonnenstrahlen seine letzten Weggefährten. Als die Tabletten nicht mehr halfen, das Aufstehen fast nicht mehr möglich war, das Herz das Wasser nicht mehr ausreichend transportierte, der Appetit verschwunden war und das letzte Strahlen seiner Augen wich, wussten wir, es ist Zeit Abschied in Würde zu nehmen. Unser letzter Dienst, ich konnte ihm die Augen schließen.

Jack am 10.10.2005
Woher wir wußten, daß Jacks Frauchen auf Weltreise ging?
Unser Hundefreund und Nachbar macht uns immer die Freude, egal wo er hingeht, bringt er uns Lesestoff mit. So kam es, daß eine aufgeklappte Tageszeitung auf unserem Küchentresen lag. Wir konnten sie nicht sogleich lesen, da wir zeitgleich mit den steigenden Fluten der Agger kämpften und tatkräftige Arbeit statt Lektrüe angesagt war. Aber ein paar Tage lang, bei jeder Tasse Kaffee, schweifte unser Blick auf ein Bild von einem Segelschiff. Es kam wie’s kommen mußte, meine Augen wanderten mal wieder ziellos über den Bericht als mir auf einmal der Name von Jacks Frauchen ins Auge stach: Ja wirklich, sie war es wirklich, hatte ihr altes Leben über Bord geworfen – samt Jack.
Unsere Tränen werden trocknen. Was bleibt sind viele Erinnerungen. Auch an manch kuriose Parallele im Leben. Wir versorgten gerade Cora und Prinz im verkauften Haus von deren Frauchen, als wir durch die Nachbarschaft beim Gespräch beiläufig erfuhren, dass mein geliebter Oscar wohl gestorben sei. Durch meine eigene Trennung wohnte Oscar nicht mehr unter meinem Dach und ich war aus seinem Leben ausgeschlossen. Mehr der Worte bedarf es wohl nicht.
Claudia Klatt, im Oktober 2005



