Alisea vom Schloß Stolzenfels – Stolzer Name, großes Elend
Doch… das Elend hat seit einigen Wochen ein Ende, Alisea heißt nun Alishia und lebt in Recklinghausen in trauter Zweisamkeit mit ihrem Menschen. Dieser Mensch bin ich, heiße Jutta und habe bis heute keinen Tag bereut, mich bei SOS Doggen um die kleine Maus beworben zu haben und bin super glücklich, daß sie auch erhalten zu haben.
Doch von Beginn an:
Ich mußte am 07.Dezember 2007 meine Deutsche Dogge Hannah über die Regenbogenbrücke gehen lassen. Hannah wurde 11 Jahre, 4 Monate und 11 Tage alt. Ich habe sie im Alter von 11 Wochen zu mir genommen. Der Verlust war riesengroß. Ich trauerte nur noch und war erst nicht in der Lage, mich mit dem Gedanken an eine neue Dogge zu beschäftigen.
Dann wurde ich durch meine Doggenfreundin Inge auf Alishia aufmerksam gemacht. Ich solle mich doch um sie bemühen, denn ich müßte unbedingt wieder eine Dogge haben, um mir über den Verlust hinwegzuhelfen. Ich dachte ene Nacht nach und kam zu der Überzeugung, daß meine Hannah im Doggenhimmel es vielleicht auch wollte, daß ich einer Dogge in Not ein neues Zuhause gebe. Sollte Hannah es nicht wollen, so würde ich Alishia nicht bekommen.
So nahm ich dann nach besagter durchdachter Nacht den ersten Kontakt zu Claudia Klatt auf. Ich hatte mir die kleine Maus im Internet angesehen und war von ihr angetan. Im Verlauf mehrerer telefonate mit Claudia Klatt erfuhr ich einiges von dem Schicksal des Tieres. Besucher sagten sie soll bei dem besagten Züchter ihre ersten 11 Lebensmonate in Boxen mit ihren Wurfgeschwistern verbracht haben. Irgendwann Ende November 2007 wurde sie dann mit ihrem Bruder Alijosha an eine Interessentin aus Wuppertal zum Preis “nimm 2 zahl 1 ” als stubenrein, leinenführig und kinderverträglich, verkauft. Nichts davon stimmte. Vielmehr konnten die Käufer die Hunde zunächst gar nicht aus dem Auto ins Haus bekommen. Die Wuppertaler Interessentin mußte sich vom Gegenteil der beschriebenen Verhaltensweisen überzeugen lassen. Beide Doggen verwüsteten in der ersten Nacht im neuen Heim die komplette Einrichtung, koteten und urinierten alles zu. Der Züchter nahm die Hunde nicht mehr auf. So wurde Alisha nach drei Tagen von Claudia Klatt in Wuppertal abgeholt. Aljosha verblieb dort. Alisha kam in erbärmlichen Zustand zu SOS Doggen nach Gummersbach. Klapperdürr, mit einer nicht zu definierenden Wunde am Hinterteil total verängstigt, speziell Männern gegenüber und weigerte sich trotz langer Spaziergänge draußen Pipi zu machen. Doch in den sechs Wochen in Gummersbach wurde sie aufgeschlossener, weil sie wohl zum ersten Mal in ihrem jungen Leben von Menschen umgeben war die nur lieb zu ihr waren.
Das wußte ich alles und mir schnürte es fast den Hals zu und ich wollte es mit Alisha unbedingt versuchen. Ich durchlief das Bewerbungsprozedere – und ich bekam sie!
Am Mittwoch den 16. Januar 2008 stand sie begleitet von Claudia Klatt und Ada Birk vor meiner Haustür. Dort sah ich das arme Wesen zum ersten Mal in voller Größe. Ich schmolz dahin und war glücklich, daß Alisha sofort an meiner Hand schnupperte, mit mir Kontakt aufnahm. Ich dachte mir, das ist ein Zeichen, das Mut macht, denn ich war natürlich auch unsicher, wie sie reagiert und ob ich überhaupt einen Zugang zu ihr fände.
Wir gingen zunächst spazieren und dann in die Wohnung, wo sie alles neugierig inspizierte, sofort den Wassernapf in der Küche fand, die Stofftiere von meiner Hannah dekorativ verteilte und versuchte den Kuchen vom isch zu klauen……
…und dann waren wir allein.Ich ging fast stündlich mit ihr raus, damit sie Pipi machen sollte, konnte. Offensichtlich hat sie schlimme Erfahrungen mit einer der normalsten Sachen der Welt gemacht. Sie machte dann erst nach 18 Stunden und zwar in die Wohnung. Sie machte und kroch regelrecht weg, obwohl ich nicht schimpfte. Danach hielt sie 13 Stunden aus, dann 15 Stunden, dann 18 STundn und dann sogar 23,5 Stunden. Mittlerweile war es 3.30 Uhr und wir waren die ganze Nacht stündlich gemeinsam draußen gewesen, im strömenden Regen. Der Regen floß und meine Tränen auch- vor Mitleid mit dieser armen Kreatur. Dann setzte sie sich plötzlich hin und machte und machte. Danach versuchte sie wieder ganz ängstlich wegzukriechen. Ich lobte sie und belohnte sie sofort mit einer Scheibe Käse, den sie gern mochte, das hatte ich bereits herausgefunden. Und von da an klappte es mit dem Pipi machen. Sie begriff, das es nichts Schlimmes war zu machen. Im Gegenteil, man wurde belohnt. Heute nach einigen Wochen ist es für sie selbstverständlich draußen zu machen. Sie hat jedoch noch bestimmte Plätze, an fremden Stellen verweigert sie immer noch zu machen. Nach wie vor sind ihr Männer im ersten Moment suspekt.
Mein Fazit:
Alishia ist in ihrer Kinderzeit durch skrupellose Zustände traumatisiert worden. Doch mit ganz viel Geduld und auch Konsequenz, verbunden mit viel Liebe, erfährt sie die Sicherheit, die sie langsam zu einem ganz normalen und fröhlichen Doggenmädchen werden läßt.
Sie ist im übrigen sehr häuslich. Sie räumt Bügelwäsche fort und betätigt sich kreativ, indem sie Primeln so dekoriert, daß jeder Raum geschmück ist. Sie akzeptiert Hundebesuch und ist eine perfekte Gastgeberin, die kein Problem hat, ihr Futterund ihre Kuscheltiere zu teilen.
Alishia ist mittlerweile 16 Monate und trägt 60 kg wohlproportioniert auf ca. 78 cm Schulterhöhe. Sie ist bildhübsch und eine ganz liebe undverschmuste Zuckermaus, die voller Lebensfreude mit anderen Hunden, egal ob groß oder klein spielt.
Ich bin total glücklich mit ihr und wünsche ihren Wurfgeschwistern, daß sie diese Chance auch bekommen haben. Der Anfang wurde ja gemacht, in dem durch sanften, nachhaltigen Druck initiert von Claudia Klatt und Ada Birk die örtliche Ämter und der DDC einschritten und die noch dort verbliebenen Hunde zumindest erstmal in einer ordentlichen Umgebung gelandet sind wo sie Futter, Wasser, tierärztliche Versorgung und Aufmerksamkeit bekommen.
Alishia und ich hoffen ganz stark, daß alle Doggenfreunde, die sich die sich die Anschaffung einer Dogge überlegen, diese in die Tat umsetzen und einer armen Kreatur, die in Not ist, einZuhause geben. Mit Konsequenz, Geduld und viel Liebe läßt sich auch eine Verhaltensstörung bei einem so gequälten Wesen fast immer zum großen Teil beheben und man wird ein Doggenleben lang mit Liebe und Anhänglichkeit belohnt.
Und last not but least: Meine Alishia geht an vier Nachmittagen in der Woche, während ich im Büro bin, für ein paar Stunden in die DogKita zu meiner Doggenfreundin Inge Grzeskowiak, die auf 30 Jahre Doggenerfahrung zurückblickt.In dieser Spiel- Krabbel- und Lerngruppe mit der 26 Monate alten Doggenhündin Jody und vier Katzen lernt Alishia fast noch nebenbei, was Mensch und Tier von einer anständigen Dogge erwarten. Dieses Miteinander zu beobachtenist spannender als der schönste Fernsehfilm.
Ganz lieb Danke sagt Jutta Schikorra aus Recklinghausen. Wuff sagt Alishia und sendet ganz viele Doggenküsschen.

