Belle
Liebe Frau Klatt,
liebe Frau Birk,
leider habe ich die traurige Aufgabe, Ihnen mitzuteilen, dass wir unsere Belle am 27. Februar von ihren Leiden erlösen ließen. Ich habe mir soeben auf der Feedback-Seite nochmals die Fotos angesehen und mir kamen wieder die Tränen.
Belle hatte in Belgrad einen wunderschönen Sommer verbracht. Es war sehr heiß, aber unser Garten hat genug Bäume, die Schatten spendeten. Sie genoss dies merklich und nahm vom ersten Tag an den Garten in ihren Besitz. Wir machten etliche Ausflüge und waren mehrmals mit ihr in Deutschland, Belgien und Ungarn. Für sie war es ganz egal wo es hinging – für sie war nur wichtig, dass sie dabei war. Wir nahmen auch überall mit.
Im Herbst fiel es ihr zunehmend schwerer aufzustehen. Es dauerte lange, bis sie stand. War sie einmal in Bewegung, dann konnte sie sich einigermaßen bewegen. Aber es war kein Vergleich zum Sommer und den Jahren vorher, wo sie noch wie ein Wirbelwind durch dick und dünn gefegt ist. Wir gingen im November mit ihr zum Tierarzt und ließen sie röntgen, da wir zuerst dachten, sie hätte Arthrose in der Hüfte. Aber es kam noch schlimmer. Anhand des Röntgenbildes stellte der Tierarzt eine Verknöcherung des Rückgrates nahe dem Becken fest. Dadurch konnte sie sich nur schwer erheben. Ihre einst so kräftige Hinterhand verfiel zusehends und sie magerte ab. Ins Auto (Toyota RAV 4) konnte sie ohne Unterstützung kaum noch. Sie bekam auch Schmerzmittel, damit sie sich einigermaßen schmerzfrei bewegen konnte. Um die Weihnachtszeit verschlimmerte es sich immer mehr. Wir mussten ihr dann im Januar helfen aufzustehen, weil sie es alleine nicht mehr schaffte. Sie lag fast den gesamt Tag in ihrem Bett und stand nur noch mit Unterstützung auf, um ihr Geschäft zu verrichten. Weiter als 100 m konnte sie nicht mehr gehen, dann brach die Hinterhand ein und wir mussten sie aufrichten. Da aber ihr Ausdruck und Geist noch hellwach waren, verschoben wir den unausweichlichen Termin. Ende Februar musste ich zu einer Tagung nach Berlin und wir nahmen sie natürlich wieder mit. Während der Fahrt bemerkten wir, als wir sie aus dem Auto hoben, dass sie desorientiert war, was wir bei ihr noch nie bemerkt hatten. Wir hatten den Eindruck, dass sie nicht mehr wollte. Von Berlin aus fuhren wir nach Belgien zu unserem Tierarzt, um sie zu erlösen. Während sie die Injektion erhielt streichelten wir sie und hielten wir sie in unseren Armen. Sie ist binnen Sekunden wie ein Enge3l friedlich entschlafen. Wir blieben noch lange bei ihr und streichelten sie, bis wir sicher waren, dass ihre Seele im Hundehimmel ist.
Mit Belle verloren wir einen Kameraden und Familienmitglied. Sie gehört einfach zu unserer Familie und begleitete uns durch die Höhen und Tiefen des Lebens. Sie war so fürsorglich, wenn es uns nicht gut ging und wich nicht vom Krankenbett. Sie war blitzgescheit und konnte alles – wenn sie wollte.
Ich hoffe, dass diese Nachricht nicht zu pathetisch geschrieben ist und füge noch eines der letzten Fotos von Belle. Wir wünschen Ihnen für Arbeit alles Gute, Glück und Erfolg. Vielleicht kommen wir wieder auf Sie zu, wenn wir wieder aus Serbien zurück sind, denn ohne vierbeinigen Freund können wir unser Leben nur schwer vorstellen.
Viele liebe Grüße
Astrid und Rolf


