Bolto´s Wildwechsel
Meine neuen Menschen haben euch ja schon einmal geschrieben, heute wollte ich mich mal selbst melden. Mein Name ist Bolto und ich lebe schon seit August bei meinen neuen Menschen. Habt ihr mich auf dem Bild erkannt, aber nicht verwechseln mit einem Hirsch.
Wie es mir hier geht? Super. Jeden Tag gehen wir mindestens einmal in den Wald hinter dem Haus. Da ist immer was los, dort treffen wir auf andere Menschen, Hunde und Wild. Meine Menschen sind ganz begeistert, dass ich kein großes Interesse an Wildtieren habe. Denn wir treffen immer wieder verschiedene Tiere, von Eichhörnchen über Wildschweinen bis hin zu Hirschen. Die schauen wir uns dann erst einmal an und warten ab bis sie wieder im Wald verschwinden. Ich denke meine Menschen haben Angst vor den Tieren.
Neulich stand ein großer Hirsch mitten auf dem Weg, nachdem wir etwas gewartet haben, sind wir dann einen Umweg nach Hause gelaufen. Den Wildschweinen durfte ich auch nicht hinterherlaufen. So schlimm ist das auch nicht, mit dem Wildschweinen kann ich sowieso nicht reden oder spielen. Anders ist es, wenn wir auf Menschen treffen, denen müssen wir nicht aus dem Weg gehen. Manche kommen auch auf uns zu, stellen Fragen und streicheln mich, mmmmh super. Viele Menschen machen Sport und tragen solche klickenden Stöcker mit sich herum. Was das für einen Sinn haben soll, weiß ich auch nicht. Ich kenne das nur von Hunden, aber wir Hunde tragen die Stöcke im Maul herum.
Manche Hunde sind aber auch echt komisch, die können mich nicht leiden, aber ich mag sie ja eigentlich auch nicht. Wir gehen ihnen dann einfach aus dem Weg. Die Hunde auf der Hundewiese sind da ganz anders, mit denen kann ich super spielen. Mit denen renne ich dann in den kleinen Bach, in dem wir uns so richtig einsauen können, das macht Spaß. Nur meine Menschen mögen das irgendwie nicht. Bevor ich dann wieder ins Auto springen darf, machen mich meine Menschen erst einmal wieder trocken. Das ist ganz praktisch, dann muss ich mich zu Hause nicht so viel putzen.
Meine Menschen haben mich sogar mitgenommen, als sie nach Berlin gefahren sind. Das war ein komischer Tag – ein richtiges Abenteuer. Sie sind ganz früh aufgestanden und haben Kisten mit meinen Sachen gepackt. Als ich vom Gassi gehen wieder kam, waren alle meine Sachen verschwunden. Als alles im Auto war haben sich meine Menschen angezogen, haben die Leine genommen und ich durfte wirklich mit. Während der ganzen Reise habe ich immer aufgepasst, dass ich in der nähe meiner Menschen bleibe. In der Hauptstadt kenne ich mich doch nicht aus. Als wir in Berlin angekommen sind, mussten wir mit so einem komischen Gerät, ich glaube sie nannten es Fahrstuhl, zur Wohnung hochfahren. Wirklich komisch das Ding, man geht unten rein, die Tür geht zu, dann wackelt das Ding, Tür geht auf und wir sind ganz woanders, Wie das funktioniert, weiß ich auch nicht, aber ganz praktisch, dann muss ich nicht solange laufen. Im Ganzen ist das fast so aufregend wie Bus fahren. In Berlin habe ich dann auch zum ersten Mal Schwäne gesehen, als ich sie mir näher anschauen wollte, wurden die irgendwie böse auf mich. Das war mir nicht ganz geheuer, da bin ich einfach weitergegangen.
In der Woche nach der aufregenden Reise hat mich meine persönliche Physiotherapeutin zum dritten Mal besucht. Sie sagt immer ich wäre so süß, einfach zu knuffig. Die Physiotherapeutin ist echt super, sie weiß immer wo es drückt und zieht. Wenn sie mich behandelt hat läuft es gleich viel besser. Meine Menschen behandeln mich dann zwischen den Untersuchungen weiter. Dieses Mal war sie echt zufrieden mit uns, sie hat keine Blockaden mehr bei mir feststellen können. Nach der Untersuchung im Wohnzimmer sollte ich vor der Tür noch einmal Schaulaufen. Dabei habe ich alles gegeben, die Physiotherapeutin war sehr zufrieden mit meinem Bewegungsablauf. Danach haben meine Menschen leider die Medikamente reduziert, jetzt gibt es nur noch einmal am Tag eine Extrawurst, schade.
Nun hat auch noch die Vorweihnachtszeit begonnen und meine Menschen bekommen jetzt auch jeden Tag ein Leckerli. Sie können es sich aber selber nehmen, sie müssen nur das Türchen auf machen. Wer das Leckerli da reinlegt weiß ich leider noch nicht. Es ist immer aus Schokolade, also nichts für mich. Dafür kam am 7. Dezember mein Tag – ich hatte Geburtstag. Meine Mensche haben mir Sternchen mit Leberwurstgeschmack gebacken. Von denen haben sie ganz viele gemacht, es sind immer noch welche da. Von den Sternchen mit Leberwurst können sie eigentlich öfter mal welche machen. Ich könnte mich immer wieder dafür begeistern. Ein paar Tage später haben meine Menschen noch einmal gebacken. Ich habe mich schon richtig gefreut, aber irgendetwas war anders, es hat gar nicht nach Leberwurst gerochen. Es stellte sich heraus, dass sie Menschenkekse gebacken haben. Aber für mich sind ja noch Leberwurststerne da, ich weiß auch genau in welcher Dose meine Hundesterne drin sind. Irgendwie sind alle Menschen in dieser Zeit so hektisch, die rennen rum und erzählen auch noch ständig was von Geschenken, ob die alle für mich sind? Naja, das heißt immer in die große Stadt fahren, einkaufen gehen, lauter Leute treffen, die mich immer wieder anfassen wollen. Und ich genieße das, ständig wird man gestreichelt und geknuddelt. Nach dem ganzen Einkauf gehen wir immer noch über den Weihnachtsmarkt, da riecht es immer so lecker. Mein Herrchen besteht immer auf eine Bratwurst die mein Frauchen dann holen muss, komische Rangordnung, zuhause ist das irgendwie anders rum. Wenn ich mich ganz artig benehme und immer, wie sagt mein Herrchen, treudoof gucke, bekomme ich ab und zu auch so ein Bratwurstzipfel ab. So, ich muss nun zum Ende kommen, meine Menschen scheinen wieder eine Reise nach Berlin zu planen, muss ja auch aufpassen, dass die mich nicht vergessen und alle meine Sachen einpacken. Ich wünsche euch allen, wie sagt man in der Menschensprache, frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Bis bald.
Bolto und meine Menschen

