Fagur, der lebende Weihnachtsengel
Hallo Frau Klatt,
hiermit gebe ich nach langer Zeit wieder mal ein Lebenszeichen von uns. Vielleicht erinnern Sie sich nach an das ehemalige Toyota-Autohaus Meyers Autoland in Bremen.
Bei unserem letzten Kontakt erwähnte ich ja schon, dass es meinem Mann gesundheitlich nicht gut geht, das ist bis heute leider noch sehr viel schlechter geworden (Fa. Konkurs, Ehemann körperlich und geistig sehr krank).
Meine einzigen Lichtblicke sind Fagur und mein neuer Job. Fagur ist inzwischen sehr grau geworden an der Schnauze, aber sonst sieht er immer noch sehr gut aus. Der Tierarzt meint, dass er mit seinen Gelenken am Hinterteil etwas Probleme hat. Fagur bekommt deswegen täglich ein Futterergänzungsmittel für die Gelenke. Schmerzen scheint er zum Glück nur alle paar Wochen mal zu haben, dann bekommt er ein Schmerzmittel und alles ist wieder gut.
Für Fagur bin ich jetzt die Bezugsperson, offenbar bin ich sein “ein und alles”. Wenn ich im Büro bin, spielt er die ganze Zeit “Toter Hund”, er wird erst wieder lebendig, wenn sein Frauchen zu Hause ist, dabei ist es ihm völlig egel, ob mein Mann im Zimmer ist oder nicht. Mit meinem Mann geht er abends zweimal um das Haus, mehr schaftt mein Mann nicht. Seinen richtigen Ausgang macht er nur mit Frauchen. Meistens ist er ja auch ganz lieb z. B. gegenüber Radfahrern. Für jeden Radfahrer oder Spaziergänger, den er ohne Gezerre an uns vorbeilässt, bekommt er ein Leckerchen. Schwieriger wird es mit anderen Hunden, insbesondere Rüden. Dann benötige ich wirklich all meine Kraft, um ihn zu halten.
Seit einigen Tagen habe ich einen “Halti” für ihn, aber das Geld hätte ich mir wohl auch ersparen können, denn er verweigert das gehen mit dem Halti. Fagur schmeisst sich dann auf den Rücken oder auf die Seite und bleibt dort liegen, bis ich ihm den Halti wieder abnehme. Damit kann ich im Moment noch leben, denn wir beide lieben uns sehr.
Ich wünsche Ihnen und Ihrem Team ein schönes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr.
Christa

