Justus – seit zwei Jahren in der Heide
Auf dem Nachhauseweg, als Amely schon Lotte hieß und sich mit ihrem neuen Beaglefreund im Garten vergnügte, bin ich noch schnell und kurzentschlossen bei Justus in der Lüneburger Heide vorbeigefahren. Und angehalten habe ich natürlich auch, aber so gar nicht zur Freude von Justus.
So ist es oft: Für viele Vermittlungshunde bedeuten wir Veränderung. Das ist wohl so einprägsam, daß auch nach langen zwei Jahren große Unsicherheit aufkommt, beim eigentlich sehr erfreulichen Wiedersehen. Justus hatte seinerzeit ausschließlich die Zeit der Umzugsfahrt mit mir verbracht. Und es ist bei Hunden nicht anders als bei Menschen: Das Vertraute gibt Sicherheit, das Neue und ist es auch um Klassen besser im Nachhinein betrachtet, birgt große Unsicherheit. Bei einem ängstlich veranlagten Hund kehrt dann durchaus auch zunächst einmal die Angst zurück. So ist jede Veränderung erst einmal wieder eine kleine Bedrohung für die zarte Hundeseele, und mein Besuch, der ja diesmal gar keine Veränderung mit sich brachte, war eine Ankündigung dessen für Justus.
Justus verzog sich während unsere Teestunde ins obere Geschoss und wagte nur einen zweiten Blick durch´s Geländer. Immerhin fanden seine Menschen und ich die Zeit über sein Wohlergehen zu sprechen. Die damals vom Vorbesitzer diagnostizierte Herzinsuffizienz stellte sich glücklicherweise nach Wochen der Ruhe im neuen Zuhause als nicht vorhanden heraus. Und auch seine Magen- und Darmprobleme hat seine neue Familie durch Fütterung mit einem auf Fischbasis hergestellten Futter sehr gut im Griff. Justus hat nur in Ausnahmefällen noch Probleme damit und der einst sehr dünne Hund muß jetzt manchmal schon auf seine schlanke Linie achten, damit er nicht zu gut beleibt durchs Leben geht.
Ein sehr erfreuliches Wiedersehen – für mich!

