Toni Poni – Gruß aus der Vergangenheit
Hallo Frau Klatt,
es war im Februar 2005, als eines Ihrer Sorgenkinder bei mir ein neues Zuhause fand. Erinnern Sie sich noch an Poni, den wir in Toni umgetauft haben?
Ich möchte einen kurzen Bericht abgeben, denn sicher ist es für Sie beruhigend zu wissen, dass Ihre Sorgenkinder in gute Hände abgegeben wurden. Toni war damals aus schlechten Verhältnissen zu Ihnen gekommen, sein Bild auf Ihrer Homepage hatte mich sehr berührt.
Das erste Jahr mit Toni bei uns war alles andere als einfach. So lieb, verschmust und anhänglich er gegenüber meiner Familie war ( und ist ), hatte er gegenüber anderen Rüden nicht nur große Abneigung, sondern ging ungebremst auf alles los, was irgendwie nach hündischen Vierbeinern aussah. Bei mittlerweile 86 kg Lebendgewicht keine leichte Aufgabe, diesen Koloss zu zügeln.
Dazu kam seine Phobie gegenüber Wasser ( auch Regen ) sowie seine Verlassensängste. Sobald Toni einen Regentropfen bemerkte, kniff er den Schwanz ein und verschwand im Haus. Gartenschlauch zum Pflanzenwässern war für ihn ein Horror. Ich konnte keine Aktion ohne Toni unternehmen: Weder Einkauf, Arzt, Freunde oder sonstige Termine waren ohne Toni möglich. Theater, Kino, Friseur- alles fiel flach.
Als Selbstständige bin ich glücklicherweise in der Lage, Toni mit in die Firma zu nehmen. Dort liegt er an meinem Schreibtisch und ist zufrieden.
Mit viel Geduld, Verständnis und liebevoller Konsequenz ist Toni zu dem Hund geworden, der uns allen mittlerweile so sehr ans Herz gewachsen ist.
Nunmehr 8 Jahre alt, geht er sehr gelassen mit anderen Hunden um, er spielt mit ihnen oder ignoriert sie, Kampfansage ? Fehlanzeige. Unsere Katzen findet er toll, Autofahren ist für ihn das Größte, denn da gibts immer Spannendes zu erleben bei Aussteigen. Mein Steuerberater, Rechtsanwalt, Friseur haben sich ebenso wie Geschäftspartner daran gewöhnt, dass Toni mich eben stets begleitet. Die meisten nehmen auch seine “Sabberschnute” einigermaßen entspannt hin. Kleinen Kindern begegnet er sehr geduldig, größere Kinder sind potentielle Spielpartner.
Leider ist er hochgradiger Allergiker, sodass die Futtergabe sich schwieirg gestaltet, aber auch da haben wir einigermaßen gangbare Lösungen gefunden.
Sein Herz macht uns etwas Kummer, doch mit entsprechenden Herzmitteln ( Vetmedin ) klappt die Versorgung gut.
Alles in allem: Ein toller Kerl, der Toni, und ich bedauere meinen damaligen Entschluss, ihn zu mir zu nehmen, überhaupt nicht. Eines muss ich allerdings hinzufügen: Ohne entsprechende Hundeerfahrung ist es ein Abenteuer, einen vorgeschädigten Hund vom Kaliber einer Dogge bei sich aufzunehmen. Ich kenne, besitze und liebe diese Rasse seit 1980. Ich weiß die Gefahren der körperlichen Kräfte einer Dogge einzuschätzen und weiß auch, wie ich sie bändigen kann. Ich weiß, wie hoch sensibel unsere Riesen sind und wie zerbrechlich ihre Seele. Umsomehr liegt mir das Wohl dieser liebenswerten Hunde am Herzen.
Liebe Frau Klatt, Ihre Aufgabe ist sicherlich nicht einfach. Neben all den Erfordernissen und der Arbeit, die es mit sich bringt, SOS Hunde zu vermitteln, ist es wohl auch schwer, das große Leid mancher Hunde zu sehen und zu ertragen, ohne an verantwortungslosen Hundebesitzern zu verzweifeln.
In diesem Sinne möchte ich Ihnen in Tonis ( und meinem ) Namen herzlich für Ihre Arbeit danken.
Viele Grüße aus Barsinghausen
Birgitt und Toni



