Benja aus Zossen
Trotz des starken Schneefalls in Hannover und Umgebung machten sich meine neuen Besitzer am 6. März 2010 auf den Weg nach Zossen. Da sie sehr lange für die Fahrt benötigten, kamen bei mir Zweifel auf, ob sie wohl kommen werden. Nach fast 5 Stunden Autofahrt mit mehreren Staus kamen sie in Zossen an. Frau Tücking lies mich aus meinen Zimmer und ich konnte meine neuen Besitzer endlich sehen. Zwei große, nette Menschen, mir viel der Hundegeruch auf und das sie vor meiner Größe keine Angst hatten. Wie sich raus stellte hatten Bernd und Marina schon seit 17 Jahren 4 Doggen und 1 Irischen Wolfshund, die Wolfshündin war gestorben und ohne Hund war das Haus ohne Leben. Marina suchte daher im Internet nach einer Dogge und ich Benja war ihre erste Wahl. Nachdem alles schriftliche erledigt war, durfte ich ins Auto steigen, auch hier roch es nach Hund, dieses gab mir ein gutes Gefühl. Doch nach ein paar Meter Autofahrt bekam ich plötzlich total Angst, Marina sprach mir aber gut zu und so entspannte ich mich. Die Rückfahrt ging auch etwas schneller und als ich endlich aussteigen konnte, war ich total glücklich.
Denn als ich ins Haus kam wurde mir mein Platz gezeigt, ich habe ein richtiges Bett und das tollste ist das Schaffell, dort bin ich auch sofort eingeschlafen und erst wieder am Morgen aufgewacht.
In den nächsten Tagen wurde mir die Gegend gezeigt und ich lernte die restliche Familie und Freunde kennen.
Ein paar Minuten von meinem Zuhause ist der Wald, dort durfte ich erst nur mit Schleppleine laufen, aber Bernd und Marina merkten sehr schnell, das ich super gut erzogen bin und es mir auch nicht einfallen würde abzuhauen. Nun darf ich ohne Leine laufen und freue mich am meisten wenn wir alle drei los ziehen.
Am Tage muss ich ein paar Stunden alleine bleiben, wenn Marina zu den Baustellen fährt. Zuerst habe ich geweint, aber nun schlafe ich in dieser Zeit, da ich weiß sie kommen wieder.
Und ich kann auch öfters mal mit fahren, das finden ich total toll, dann sitze ich hinter ganz stolz (halt Doggen typisch) und sehe mir die Gegend an.
Nur die Angst in andere Wohnhäuser einzutreten habe ich noch nicht abgelegt, ich weigere mich dann, bleibe stehen und am liebsten würde ich aus meinem Geschirr schlüpfen und abhauen. Bernd und Marina machen sich so ihre Gedanken und vermuten ich habe wohl schlechte Erfahrung gemacht. Denn wenn ich erst einmal in der Wohnung war und ich merke ich darf wieder mit nach Hause, traue ich mich beim nächsten mal sofort.
Bernd und Marina sagen mir immer wieder wie glücklich sie sind mich zu haben, ich bin an ganz stolz und lehne mich an zum Kraulen.
Wir kuscheln sowie so viel und Marina sagt dann ich hätte ein weißes Gespenst auf der Brust, nun bin ich angekommen.
Doch dann kam der schwarze Freitag am 9. April bekam ich beim Füttern Magendrehen und das auch noch im Wendland, da Bernd und Marina schon 2mal Magendrehen mitgemacht hatten, wurde ich ins Auto gepackt und ab ging es wie die Feuerwehr nach Lüneburg in die Tierklinik. Marina informierte die Klinik telefonisch von unterwegs und die Ärzte bereiten alles für die OP vor. Dort angekommen mit 1mal Blitzen wurde ich sofort geröntgt und der Verdacht bestätigte sich. Nun mussten Bernd und Marina entscheiden eine OP oder die Todesspritze, Marina sagte sofort sie könne mir nicht die Spritze geben, das sollte ich alleine entscheiden. Sie wollten eine OP und ich hätte die Wahl für ein Leben oder den Himmel. Aber ich wollte Leben nach einigen Stunden bin ich dann auch aus der Narkose aufgewacht, hatte nur starke Herzprobleme und war noch lange nicht über den Berg. Ich musste einige Tage in der Klinik bleiben und wurde dort super gut versorgt, mit meinem Scham hatte ich bald alle auf meiner Seite und alle fanden die Entscheidung von meinen Besitzer total toll. Am Dienstag durfte ich nach Hause und das gesamte Ärzteteam standen am Fenster und waren glücklich. Aber ich war immer noch nicht über den Berg, mein Herz wollte nicht so richtig. Wieder Tierarzt und Kardiologe, Dr. Tobias meinte bei meinen Herzproblem hätte ich noch 1 bis 2 Wochen zu Leben, was für ein Schock nach all dieser Zeit. Doch Bernd und Marina gaben nicht auf , sie sagten immer sie wissen das ich Leben will und das wollte ich auch. Also bekam ich Herzmedikamente und ein EKG wurde zu Hause gemacht und schon sah die Welt anders aus, denn ich bin ein totaler Schisser was Tierärzte angeht und dann rege ich mich so auf und alle glauben ich falle gleich tot um. Um nun das Happyend,ich lebe und freue mich über jeden Tag .ich war mit zur Landpartie im Wendland und liebe es Programm zu haben, am liebste bin ich überall dabei, aber bitte erst ab 11°° Uhr, davor bin ich einfach noch zu verschlafen. So dieser Bericht ist etwas länger geworden als geplant aber bei diesen aufregenden Monaten auch begründet. Ich möchte mich noch beim Tierheim Zossen und bei SOS Doggen bedanken, die an mich geglaubt haben und mir ein Leben auf dem Hundebett ermöglicht haben. Danke.
Und eins sage ich euch:Ich werde „uralt“, versprochen.
Benja aus Hannover

